Ab in die Anstalt: Landesforst wird Unternehmen – Beamtenbund und BDF befürchten Personalabbau

„Personalabbau“ und „Bevormundung“ befürchten Thüringer Beamtenbund (tbb) und Bund Deutscher Forstleute (BDF) und äußerten diese Bedenken in der gestrigen Anhörung vor dem Thüringer Landtag.

Den Grund für diese Befürchtungen sehen beide Verbände in dem von Minister Reinholz vorgelegten Gesetzentwurf zur Umstrukturierung des Landesforstes in eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR). Nach dessen Begründung soll die Errichtung der AöR neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen.

„Ich kann nicht erkennen, wie allein durch die Umwandlung in eine Anstalt das dargelegte Einsparungspotential erreicht werden soll“ bemängelt Burkhard Zamboni, stellvertretender Landesvorsitzender des Beamtenbundes. Andreas Schiene, Vorsitzender des BDF und selbst Förster, ergänzt, dass die Stimmung unter den Forstbediensteten stark angespannt ist. Seit Monaten wird nun dieses Thema gewälzt ohne jedoch konkrete Strukturen oder ein Personalkonzept den Mitarbeitern vorzustellen. So hätte zwar der Minister im Vorfeld beschwichtigt, dass es im Rahmen der Umstrukturierung keinen Personalabbau geben wird. Es bleibt jedoch unklar, wie es mit den Forstleuten nach der Anstaltsgründung weiter gehen wird. Das Beispiel Niedersachsen zeigt, dass ohne massiven Personalabbau die Anstalt nicht wirtschaftlich wäre. Der Präsident des Niedersächsischen Landesforsten hatte demnach auch bei einem Vortrag vor den Thüringer Forstleuten im April geäußert „Organisation, Personalentwicklung und alle Veränderungsprozesse folgen den strategischen Notwendigkeiten – und die ändern sich beständig.“

Beamtenbund und BDF sehen neben dem zu befürchteten Personalabbau noch weitere Kritikpunkte im Gesetzentwurf. So wird die zukünftige Landesforstanstalt nicht mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattet. Darüber hinaus hat sich das Finanzministerium bei allen wirtschaftlichen und personellen Entscheidungen ein Vetorecht vorbehalten.

„Es scheint als solle der Wald zwar erwachsen werden, aber weiter unter Vormundschaft bleiben.“

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