Verwaltungsreform spart am falschen Ende

Landesregierung darf sich ihrer Verantwortung nicht entziehen

Stuttgart, 22.08.2013: Die Landesregierung will das Leitungspersonal der Forstbehörden jetzt in die Kreishaushalte abschieben, um im eigenen Haushalt geringfügig besser dazustehen. Zu kurz gedacht, meint die Forstkammer Baden-Württemberg, denn eine landeseinheitliche Forstpolitik werde damit faktisch unmöglich. Während der gesellschaftliche Anspruch an den Wald ständig wachse, werde die Steuerungskompetenz in diesem Bereich weitgehend aufgegeben.

„Obwohl im Koalitionsvertrag eine aufgabengerechte Stärkung der Forstverwaltung vereinbart ist, führen die jetzigen Reformbestrebungen ins genaue Gegenteil“, konstatiert Philipp Schomaker, stellvertretender Geschäftsführer der Forstkammer, und fügt an: „Die Frage, welche Dienstleistungen den Waldeigentümern zu welchen Konditionen angeboten werden, darf auch künftig nicht von der Kreiszugehörigkeit abhängig sein.“

Aus Sicht der Waldbesitzer stehen vor allem überregionale Themen, wie die Stärkung forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse im Privatwald, auf dem Spiel. Sie sehen deshalb die Umsetzung der gesellschaftlichen Ziele im Wald insgesamt gefährdet. Die Landesregierung dürfe sich ihrer Verantwortung hier nicht einfach entziehen.

Forstkammer Baden-Württemberg